Hauptsache, die Polizei macht etwas falsch

Vor ein paar Tagen wurde ein 23-jähriger in Amsterdam (NL) von der Polizei erschossen. Zufälligerweise kam diese Person aus einer in der Nähe gelegenen, größeren Stadt und war wohl auch bei Instagram recht aktiv. Ich kenne ihn nicht und habe ihn auch noch nie vorher gesehen.
So, das Thema ging auf jeden Fall durch die Medien und ganz schnell wurden in den sozialen Medien Rufe laut, dass die Polizisten bestraft werden sollten, dass das auf jeden Fall untersucht werden muss, was der Typ doch für ein netter Mensch gewesen sei und so weiter und so fort.

Fakt ist, der Typ ist mit einem Messer auf die Polizisten losgegangen und stellte somit schon mal eine Bedrohung für Leib und Leben dar.
Die Polizisten haben ihn mehrmals angesprochen, auf verschiedenen Sprachen, dass er stehen bleiben und das Messer zu Boden legen soll. Diesen Aufforderungen ist er aber nicht nachgekommen, sondern ist stattdessen (Medienberichten zufolge) auf Polizisten zugelaufen. Wohl bemerkt immer noch mit dem Messer in der Hand.

Daraufhin haben die Polizisten aber immer noch nicht geschossen, sondern erst einen Polizeihund auf den Mann losgeschickt, damit dieser ihn in eine Position bringt, wo er keine Gefahr mehr für die Polizisten darstellt. Dieser Einsatz ging leider schief und da der Mann unbeeindruckt weiter auf die Polizisten zu ging und diese somit bedrohte, blieb nur noch die Möglichkeit, die Schusswaffe einzusetzen.
Und da werden prompt die Stimmen laut, dass das ja völlig überzogen gewesen wäre. Meine Meinung dazu: NEIN, war es nicht! Ein gezielter Schuss auf ein sich bewegendes Ziel, welches dazu noch die nötige Mann-Stop-Wirkung hat, wie man es aus dem Fernsehen kennt, am Besten noch mit einer Hand, geht nicht. Und dass der Mann nur ein Messer hatte, die Polizisten aber geschossen haben, war in meinen Augen auch vollkommen okay. Die Polizisten haben vorher mehrmals versucht, ihn anzusprechen, was nicht geholfen hat, der Einsatz des Hundes hat ihn scheinbar kalt gelassen, also musste halt zur Waffe gegriffen werden.
Was hätte passieren können, hätten die Polizisten versucht, ihn so festzunehmen, haben wir leider an Heiligabend 2015 in Herborn am Bahnhof erfahren müssen, als jemand auf zwei Polizisten mit einem Messer losging, die nur zur Feststellung der Personalien da waren, also gar keine Bedrohung für die Person darstellten. Ein Polizist starb noch an der Einsatzstelle und der Andere war schwer verletzt.
Und ganz ehrlich, da kann ich jeden Polizisten verstehen, der Gebrauch von seiner Schusswaffe macht, wenn er bedroht wird.
Also hat in meinen Augen hier ganz klar der Wetzlarer, der jetzt in Amsterdam gestorben ist, die alleinige Schuld an seinem Tod und nicht die Polizisten.

Wer Andere durch eine Waffe bedroht, muss damit rechnen, durch eine Waffe verletzt zu werden!

Anderes Thema, wo gerade gegen die Polizei gewettert wird:
Vor ein paar Tagen haben Polizisten in einem Frankfurter Stadtteil einer Gruppe alkoholisierter Personen einen Platzverweis erteilt, dem ein 29-Jähriger wohl nicht nachkommen wollte und sich der Polizei widersetzte. Also mussten die Polizisten unmittelbaren Zwang anwenden, wobei der Mann zu Boden gebracht wurde, um ihn Handschellen anzulegen. Um den Mann unter Kontrolle zu halten, hat ein Polizist über ihm gekniet, um ihm am Boden zu halten. Und schon wird direkt wieder von unnötiger Gewalt der Polizei geredet.

Ey, mal ganz ehrlich, ist unsere Gesellschaft nur noch bescheuert? Selbst wenn die Polizisten, egal im welchen Falle, unnötige Gewalt angewendet haben, warum mussten die es den machen?
Doch nur, weil wieder jemand sich nicht an die Vorschriften halten wollte, den Anweisungen nicht nachgekommen ist und es somit doch im Grunde provoziert hat, dass Gewalt gegen ihn angewendet wird.
Ich bin schon häufiger in Kontakt mit der Polizei gekommen, sei es bei einer Fahrzeugkontrolle, bei einer Unfallaufnahme oder einfach so beim Gespräch am Frankfurter Airport. Ich habe mich nie bedroht oder sonstwas gefühlt.
Und bei den Kontrollen unterwegs hatte ich hier und da auch schon mal was, was nicht in Ordnung war, aber die Polizisten haben immer korrekt gehandelt, alle waren, soweit es ging, hilfsbereit und entgegenkommend.

Vielleicht liegt es ja daran, dass ich die Polizisten auch als Menschen sehe, die ihren Job mache? Wenn man denen höflich gegenüber tritt, vernünftig mit Ihnen redet und sich auch mal an eine Anweisung hält, dann verläuft sowas auch reibungslos, ohne das was eskaliert.
Aber wenn ich schon in den sozialen Medien lese, dass einige Mitmenschen dann direkt auf Konfrontation aus sind und sich am liebsten direkt mit denen anlegen wollen, dann wundert es mich nicht, dass es da stellenweise so knallt.

Beispiel:
In einem Forum für Waffenbesitzer kam irgendwann mal die Diskussion auf, wo es um die Kontrolle der sicheren Aufbewahrung von Waffen und Munition geht. Das macht wohl meistens eine Polizeistreife, weil den Waffenbehörden das Personal dazu fehlt.
Und dann kommen da so Antworten, dass man denen ja wohl nicht die eigenen Waffen in die Hand geben würde
oder
Einer antwortete, dass er den Polizisten dann auch schon mal was zu trinken angeboten hat, da die Kontrolle aufgrund einer großen Anzahl an Waffen wohl länger dauert. Sowas finde ich gut, aber da gab es dann die Antwort zu, warum man „die Typen länger als nötig im Haus lassen soll?“


Klar, auch Polizisten können (und dürfen!) Fehler machen, dafür sind es auch nur Menschen. Aber sowas kann man dann auch sachlich klären, stellenweise noch vor Ort oder ansonsten bietet unser Rechtssystem auch hinterher noch dazu Möglichkeiten, da muss man nicht immer direkt aggressiv reagieren. Aber unsere deutsche Mentalität ist ja scheinbar aktuell, erst mal dafür zu sein, dass man grundsätzlich dagegen ist.

Leute, behandelt die Polizisten (und auch die anderen Menschen, die für uns im Einsatz sind (Feuerwehr, Rettungsdienst, THW, etc.) doch einfach mal so, wie ihr auch behandelt werden möchtet und legt es nicht immer auf Konfrontation an! Das Miteinander könnte so viel einfacher sein, wenn jeder nur ein bisschen an sich selbst in diesem Sinne arbeitet. Und ja, dass musste ich auch bei mir und muss es stellenweise immer noch. Auch ich bin in der Hinsicht nicht perfekt, möchte ich auch gar nicht sein, aber wenigstens so gut, dass ich ruhigen Gewissens den Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (nennen wir sie doch mal richtig beim Namen), also den Frauen und Männern, die mit Blaulicht auf dem Dach unterwegs sind, entgegen treten kann.

Und wisst ihr was, das ist ein tolles Gefühl, wenn man z.B. bei einer Zollkontrolle ganz seelenruhig mit einem der Beamten Späße machen kann, während der Kollege im LKW ist und den durchsucht. Vor allem, wenn man weiß, dass man nichts zu verbergen hat. Oder bei einer Fahrzeugkontrolle ganz schnell die eigentliche Kontrolle rum ist und man eher noch über das Fahrzeug spricht, weil alles okay ist und die Kontrolle ruhig verläuft.

Also denkt das nächste Mal dran, dass die Menschen auch nur ihren Job machen, so wie die meisten von uns. Nur dass es bei den Polizisten auch mal ganz schnell um deren Leben kann!

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