Von Vögeln, Bäumen und einer kurzen Freundschaft

Im Winter wird der Wald stiller.
Gerade dann merkt man, wie wenig es manchmal braucht, um etwas Gutes zu tun – und wie viel Bedeutung in kleinen Ideen und einer zu kurzen, aber besten Freundschaft stecken kann.
Leider hat die Freundschaft nicht lange gedauert, aber sie hat Spuren hinterlassen.

Es war irgendwann um Weihnachten 2025 rum, als meine beste Freundin mir von ihrem Vorhaben erzählte, dass sie der Natur noch mehr Gutes tun möchte, als sie ohnehin schon macht und mehrere Vogelhäuser, Futterstationen und natürlich auch das passende Futter gekauft hat.
Ihr Plan war es, die Sachen im Wald aufzuhängen und somit den Vögeln in der kalten Jahreszeit etwas Unterstützung bieten zu können, besonders wo ja das große Knallen auch wieder bevorstand.

Als sie mir davon erzählte, war ich sofort von der Idee angetan und sie meinte direkt, wir können das Ganze ja gerne auch zusammen durchziehen.
Ich war natürlich sofort dabei, wir hatten tolle Ideen gehabt. Nicht nur den Vögeln im Wald helfen, sondern auch den Menschen auf einem Stück Wald etwas mystisches Zaubern.
Dafür sollten dann im Frühjahr noch kleine Windspiele in die Bäume gehängt werden, so dass immer leise Töne zu vernehmen sind, abgesehen von denen der Natur.

Auch die Vogelhäuser und Futterstationen sollten gegen Vandalismus besser geschützt werden – geplant war, diese mithilfe meiner Kletterausrüstung höher in die Bäume zu hängen, damit keine Idioten dran kommen.

Und ebenfalls in der Planung war es, Samenbomben zu basteln. Aber nicht für den Eigenverbrauch, sondern diese an strategisch günstigen Punkten in Kästen auszulegen, wo Passanten diese gerne mitnehmen und einsetzen können.
Wir wollten ihren und meinen Wohnort heimlich schöner machen.

Kurz nach Weihnachten bin ich dann auch losgezogen und habe mir 3 Futterstationen für Meisenknödel sowie 2 Vogelhäuschen gekauft sowie Blumensamen und Blumenerde für die Samenbomben.
Und rechtzeitig vor Silvester war alles bei uns im Wald positioniert – die beiden Vogelhäuschen schon tief im Wald, damit sie niemand einfach so entdeckt und die Vögel ihre Ruhe haben, die drei Futterstationen praktisch fast am Wegesrand, aber höher im Baum. Man kommt ohne Ausrüstung dran, muss aber trotzdem etwas klettern können und sie fallen auch kaum auf.

Tja, die Ideen waren toll, die Planungen liefen und wir freuten uns schon drauf.
Und dann kam der 04. Januar 2026.
Ein Tag, über den ich hier nicht mehr sagen möchte.
Seitdem gehen meine beste Freundin und ich getrennte Wege, und auch wenn es weh tut, muss ich akzeptieren, dass es vermutlich so bleiben wird 😭😭

Naja, ich bin mir sicher, sie pflegt ihre Sachen bei sich vor Ort noch ordentlich, alles andere würde mich schwer wundern.
Ich selbst war am Sonntag beim Gassigehen mal überall vorbei gegangen. Es hängt alles noch und die Futterstationen scheinen gut besucht zu sein – es waren alle leer.

Also eben neue Meisenknödel gepackt (die mir meine Narrenkönigin vor einigen Tagen mitgebracht hat, nachdem ich ihr unter Tränen von der Idee erzählt hatte) und ab in den Wald.
Alle Bäume waren damit einverstanden, dass ich hoch klettere und die Futterstationen neu auffülle.

Und jetzt dürfen die Vögel wieder ihr Essen genießen.
Zumindest darin lebt eine kurze, aber beste Freundschaft noch weiter 🦅🍀

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